Der aktuelle Immobilienmarkt befindet sich in einer Phase der geringen Volatilität. Der Einbruch des Marktes nach der Zinswende ist vorbei. Käufer und Verkäufer haben sich mit den neuen Gegebenheiten arrangiert und es hat sich sozusagen eine neue Normalität etabliert. Maßgeblich geprägt wird das aktuelle Geschehen dabei von mehreren Entwicklungen: einerseits anziehenden Bauzinsen, die sich für eine klassische zehnjährige Zinsbindung konstant knapp um die 4 Prozent bewegen, während historische Tiefststände der Vergangenheit angehören und auch nicht absehbar sind. Andererseits moderat steigenden Hauspreisen, die sich – stark standortabhängig – im bundesweiten Durchschnitt wieder um etwa 2 bis 3 Prozent pro Jahr zulegen. Gleichzeitig mischt die geburtenstarke Generation der Babyboomer den Markt auf: Ältere Eigentümer trennen sich im Zuge ihres Ruhestands von zu groß gewordenen Häusern, da die Kinder aus dem Haus sind und der Unterhalt zu aufwendig wird. Auf der Nachfrageseite ziehen sich diese Jahrgänge keineswegs zurück, sondern suchen gezielt nach altersgerechten, barrierearmen oder barrierefreien Immobilien mit guter urbaner Infrastruktur. Diese Welle an Verkäufen und veränderten Wohnansprüchen trifft auf eine hohe Nachfrage nach energieeffizienten Objekten mit modernem Standard, während ältere Bestandsimmobilien mit Sanierungsbedarf oft Abschläge hinnehmen müssen. Für Kaufinteressenten bedeutet diese Gemengelage, dass eine gründliche Finanzierungs- und Budgetplanung – inklusive eines soliden Eigenkapitalpuffers sowie der Einbindung staatlicher Fördermittel – wichtig ist. Am Ende ist der Immobilienmarkt damit weder ein reiner Käufer- noch ein reiner Verkäufermarkt, sondern ein Markt der Realisten, auf dem sich trotz der Hindernisse der Wege ins eigene Zuhause findet.


